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Stimmen des Aussterbens Stimmen
Stimmen des Aussterbens

Für immer verstummt

Die folgenden Arten sind nicht mehr gefährdet — sie sind bereits ausgestorben. Von manchen kennen wir noch ein Foto, von den wenigsten eine echte Tonaufnahme. Das ist kein Zufall: Tonaufzeichnung von Wildtieren war schlicht noch nicht üblich, als die meisten dieser Arten verschwanden. Diese Seite erzählt sieben verifizierte Geschichten — nüchtern, ohne Dramatisierung.

Für sechs der sieben Arten hier existiert keine erhaltene Tonaufnahme — wir kennzeichnen das nicht extra, sondern lassen die Karte einfach still. Nur bei einer einzigen Art, dem Kaua'i-'Ō'ō, ist eine echte Aufnahme dokumentiert: der Balzruf des letzten bekannten Männchens, der jahrelang unbeantwortet blieb. Wir binden sie nicht direkt ein, weil wir die genauen Nutzungsrechte des Cornell Lab of Ornithology nicht abschließend klären konnten — stattdessen verlinken wir zur Originalquelle.
Das letzte bekannte Exemplar des Beutelwolfs im Beaumaris Zoo, Hobart, 1936

Beutelwolf

Thylacinus cynocephalus
Ausgestorben seit 1936

Das letzte bekannte Tier starb am 7. September 1936 im Beaumaris Zoo in Hobart, Tasmanien; die IUCN erklärte die Art 1982 offiziell für ausgestorben. Ein staatliches Prämiensystem ab 1888 hatte den Beutelwolf als vermeintliche Bedrohung für Nutztiere systematisch dezimieren lassen, verstärkt durch Lebensraumverlust und eingeschleppte Hunde.

Es existiert eine rund 60 Sekunden lange Stummfilmaufnahme von 1936 — das einzige erhaltene Filmmaterial eines lebenden Beutelwolfs. Eine Tonaufnahme gibt es nicht. Auch der oft genannte Name „Benjamin" für das letzte Tier ist ein späterer, unbelegter Mythos; neuere Forschung deutet sogar auf ein weibliches Tier hin.

Foto: Ben Sheppard, 1936, gemeinfrei (Tasmanian Archives) · Foto-Quelle: Wikimedia Commons · IUCN Rote Liste: Extinct (EX), 1982 · Quelle: IUCN Red List
Kaua'i-'Ō'ō, ein honigfressender Vogel aus Hawaii

Kaua'i-'Ō'ō

Moho braccatus
Ausgestorben seit ca. 1987

Das Weibchen des letzten bekannten Paares kam vermutlich 1982 im Hurrikan Iwa um. Das übrig gebliebene Männchen sang jahrelang weiter seinen Teil des Balzduetts in den Alaka'i-Sumpf auf Kaua'i hinein — unbeantwortet. Vogelmalaria und Vogelpocken, durch eingeschleppte Mücken übertragen, sowie eingeschleppte Ratten besiegelten das Schicksal der Art.

🔊 Einzige erhaltene Aufnahme dieser Sammlung Der Ruf des letzten Männchens ist bei der Macaulay Library des Cornell Lab of Ornithology archiviert — der Balzruf, der nie eine Antwort bekam und in der Natur nie wieder erklingen wird.
Foto: Robert Shallenberger / U.S. Fish & Wildlife Service, ca. 1975, gemeinfrei · Foto-Quelle: Wikimedia Commons · IUCN Rote Liste: Extinct (EX) · Quelle: IUCN Red List
Lebendes Heidehuhn-Männchen, fotografiert um 1909

Heidehuhn

Tympanuchus cupido cupido
Ausgestorben seit 1932

Das letzte bekannte Tier, von Beobachtern „Booming Ben" genannt, wurde zuletzt am 11. März 1932 auf Martha's Vineyard, Massachusetts, gesichtet. Ein Waldbrand 1916 hatte den Großteil der ohnehin kleinen Population getötet und das Geschlechterverhältnis verzerrt; Inzucht, ein strenger Winter und eine von Hausputen übertragene Krankheit gaben der Art den Rest.

1930 filmte der Ornithologe Alfred Otto Gross die letzten Heidehühner — die Aufnahmen wurden erst 2015 auf einem Dachboden wiederentdeckt. Auch das ist Stummfilm: Eine Tonaufnahme des charakteristischen „Booming"-Rufs ist nicht erhalten, obwohl die Aufnahmetechnik dafür damals bereits existierte.

Hinweis zur IUCN-Einstufung: Die IUCN Rote Liste führt keine eigene Kategorie für diese ausgestorbene Unterart — bewertet wird nur die Art Tympanuchus cupido insgesamt (Präriehuhn), die als „Vulnerable" gilt, weil andere Unterarten überleben. Das Aussterben des Heidehuhns selbst ist historisch unbestritten und u. a. vom US Fish & Wildlife Service und dem Cornell Lab of Ornithology dokumentiert.

Foto: unbekannt, ca. 1909, gemeinfrei · Foto-Quelle: Wikimedia Commons · Quelle: U.S. Fish & Wildlife Service
Martha, das präparierte letzte Exemplar der Wandertaube, Smithsonian Institution

Wandertaube

Ectopistes migratorius
Ausgestorben seit 1914

„Martha", das letzte bekannte Exemplar, starb am 1. September 1914 im Zoo von Cincinnati. Einst zogen Schwärme mit geschätzt Milliarden Tieren über Nordamerika und verdunkelten den Himmel. Kommerzielle Massenjagd im 19. Jahrhundert zerstörte die riesigen Brutkolonien, auf die die Art zur Fortpflanzung angewiesen war, während große Waldflächen im Osten der USA gerodet wurden.

Foto: Ph0705, 2015, CC BY-SA 4.0 (bearbeitet von FunkMonk) · Foto-Quelle: Wikimedia Commons · IUCN Rote Liste: Extinct (EX) · Quelle: IUCN Red List
Kein lizenzfreies Foto eines lebenden Tieres verfügbar

Westliches Spitzmaulnashorn

Diceros bicornis longipes
Ausgestorben seit 2011 (IUCN-Erklärung)

Die letzte bestätigte Sichtung eines wild lebenden Tieres stammt aus dem Jahr 2006 aus Nordkamerun. Da fünf Jahre lang keine weiteren Nachweise gefunden wurden, erklärte die IUCN die Unterart 2011 offiziell für ausgestorben. Anhaltende Wilderei wegen des Horns hatte die Population zuvor unbemerkt auf null reduziert.

Von dieser Unterart existiert kein frei lizenziertes Foto eines lebenden Tieres. Sie wurde kaum je fotografiert, bevor sie verschwand — wir zeigen deshalb bewusst kein Ersatzbild einer anderen Unterart, um nichts vorzutäuschen.

IUCN-Erklärung 2011 (Unterart-Ebene) · Quelle: Save the Rhino / IUCN Red List Update
Lonesome George, die letzte Pinta-Riesenschildkröte

Pinta-Riesenschildkröte

Chelonoidis abingdonii
Ausgestorben seit 2012

„Lonesome George" starb am 24. Juni 2012 in der Charles-Darwin-Forschungsstation auf den Galápagos-Inseln, vermutlich über 100 Jahre alt. Er galt seit seiner Entdeckung 1971 als letztes bekanntes Exemplar seiner Art; jahrzehntelange Zuchtversuche mit nah verwandten Unterarten blieben erfolglos. Wal- und Robbenjäger hatten die Art im 19. Jahrhundert dezimiert, eingeschleppte Ziegen zerstörten anschließend die Vegetation, von der die Schildkröten lebten.

Foto: putneymark (Flickr), CC BY-SA 2.0 · Foto-Quelle: Wikimedia Commons · IUCN Rote Liste: Extinct (EX) · Quelle: IUCN Red List
Präpariertes Exemplar des Chinesischen Löffelstörs, Wuhan Institute of Hydrobiology

Chinesischer Löffelstör

Psephurus gladius
Ausgestorben seit 2022 (IUCN-Erklärung)

Die letzte bestätigte lebende Sichtung dieses bis zu sieben Meter langen Süßwasserfisches stammt aus dem Jahr 2003, ein totes Exemplar wurde 2007 gefunden. Jahrzehntelange Überfischung und der 1981 fertiggestellte Gezhouba-Staudamm, der die Wanderung zu den Laichgründen blockierte, ließen die Art unbemerkt verschwinden — die IUCN erklärte sie erst 2022 offiziell für ausgestorben.

Foto: Alneth, CC BY-SA 4.0 · Foto-Quelle: Wikimedia Commons · IUCN Rote Liste: Extinct (EX), 2022 · Quelle: IUCN Red List
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